ART TO TAKE - Kleine Kunstmesse 2019

 

Eröffnung:

Donnerstag, 31. Oktober 2019, 19 Uhr

 

Begrüßung:

Bürgermeister der Stadt Iserlohn
 

Zur Kunst:

Dr. Sandra Hertel

Leiterin der Städtischen Museen Iserlohn

 

Ausstellung:

Freitag, Samstag, Sonntag, 1., 2., 3. November | jeweils 10 bis 17 Uhr

 

Teilnehmer:

Angelika Summa (Würzburg), Kleinplastiken | Joachim Stracke (Iserlohn), Arbeiten auf Papier,

Franz-Josef Gärtner (Iserlohn), Malerei | Angelika M. Schäfer (Iserlohn), Nadelobjekte

 

Veranstaltungsort:

Historische Fabrikanlage Maste-Barendorf (Museum Barendorf) | Baarstraße 220-226 | Iserlohn

 

 

 

 Die Teilnehmer:

RUNDE SACHE 2018                                        Foto: © Jan R. Schäfer

Angelika Summas künstlerisches Konzept zielt weder auf das Umreißen, noch auf ein Freilegen von Volumen ab. Ihr Interesse gilt dreidimensionalen Strukturen, die sich in einfachen Formen ausbreiten. Diese lockeren, räumlichen Geflechte aus gesammelten industriell vorgefertigten Drähten, Rohren, Bändern oder Seilen aus Metall, rhythmisieren einen Raum, dessen Grenzen unscharf umwuchert bleiben.

Die Struktur dieser Wucherungen ist das Kernthema der Bildhauerin.

Ihre Skulpturen faszinieren durch die Symbiose der industriellen Gleichförmigkeit des Materials mit einer organischen anmutenden Ordnung. Darin klingen immer wieder neu, natürliche Bewegungszustände an, wie Wuchern, Fließen, Pulsieren, Kreisen, Wachsen, Zerfallen, Mäandern etc.

In Angelika Summas künstlerischer Sprache bekommen Relikte unserer Zeit in neuem Verbund auf einzig-artige Weise eine zeitlose Bedeutung und eine geistige Dimension.

                                                                                Dr. Markus Döbele, Galerist

KLEINPLASTIK                                            Foto:© Wolf Dietrich Weissbach

DANCINADAY  2017                                          Joachim Stracke

 

Joachim Stracke zeigt eine Auswahl von Papierarbeiten der offenen Serien „shunga/loop“ und „es vedrà“.

In beiden Folgen werden die früher bildbestimmenden, technisch anmutenden Versatzstücke der Serie „dingetum“ durch neue figurative Inhalte ersetzt. Die jeweils in anderen Zusammenhängen in Erscheinung tretende Kreisform ist das Element, das alle Farbstiftzeichnungen, Mischtechniken und Grafiken verbindet.

„Shunga“ ist die Bezeichnung für erotische Holzschnitte aus dem Japan des 18. und 19. Jahrhunderts. Sehr freie Zitate oder Fragmente solcher Arbeiten werden zeichnerisch in eigene, neue Vorstellungsabfolgen gesetzt und mit den anderen bildgebenden Elementen verwoben. Wie schon in den Originalen geht es immer auch um die Verflechtung von Linie und Fläche.

„Es Vedrà“ ist der Name einer kleinen Insel vor Ibiza. Dieser Felsen wird in den Kompositionen zum Synonym für jede Insel, für einen Sehnsuchtsort, eben für einen Ort, der nicht ohne weiteres zu erreichen ist. Innerhalb der Reihe bildet die Vedrà, die fortwährend vom gleichen Standpunkt aus gesehen wird, den gegenständlichen, sofort wiedererkennbaren Halt für den Betrachter.

 

WOLKEN UND BERGE 2013                            Joachim Stracke

 BLICK NACH VORN                                                     Franz-Josef-Gärtner

 

Des Gärtners Geheimnis

Alle echte Kunst ist immer mit etwas Heimlichen oder Geheimen verbunden. (J. Urzidil)
Die Beschäftigung mit dem Werk von Franz-Josef Gärtner führte mich zu der Frage, die Künstlerinnen und Künstler immer wieder umtreiben: Die Frage nach der Bedeutung von Figur und Gestalt.
Was kann über den Menschen gesagt werden und was kann eben nicht gesagt und gezeigt werden. In der Umgangssprache ist Gestalt äußere Form oder Umriss. Wir meinen mit Gestalt auch die Erscheinung von Personen, Skulpturen, Lebewesen und deren Wirkung und Präsenz.
Schon Herder hob die Fähigkeit der sinnlich-körperlichen Manifestation in der bildenden Kunst als ihre eigentliche Tiefe hervor. Für ihn ist die Gestalt nicht länger eine bloße Anschauung, sondern eine mit den Sinnen erfahrbare und leibliche Tiefe der Körperlichkeit, die selbst den Hauch des Lebens in sich trägt. Durch ihn gewinnt der Begriff der Gestalt die Spezifikation einer verbindenden Kraft zwischen dem innersten Seelenleben und der äußeren Welt.
So sehe ich in vielen Figuren der Bilder Gärtners menschliches Dasein, was entgrenzt ist. Selten stehen sie auf dem Boden der Realität, haben Gliedmaßen, Augen, Münder oder Ohren.
Des Gärtners Geheimnis ist die Suche seiner Bild-Protagonisten nach Dialog, Zeit, Lust, Stille, Balance, Ferne, Neugierde, Sprache, Erinnerung und Annäherung, welche sich sprachlich in den Bildtiteln zeigen und bildlich in der Anordnung, Farbgebung und dem Abstraktionsgrad der Figuren.

Begegnungen 2010, ein beeindruckendes Gemälde von Josef Gärtner hat in mir die Erinnerung hervorgerufen an das berühmte historische Foto der Stadtgründung Tel Avivs im Jahr 1909. Menschen aller Altersgruppen und in verschiedenster Kleidung stehen am Strand. Kein Haus zu sehen, nur der Strand und die Weite. Die vorab parzellierten Grundstücke wurden mit Hilfe von Muscheln, die beschrieben wurden, verlost. Dieses Foto spricht in ähnlicher Weise wie die Bilder von Franz-Josef Gärtner eine Sprache der Offenheit in viele Richtungen. Sie weckt, was lang im Sein versteckt.

(Prof. Kathatina Meyer,  ART TO TAKE 2018)

 

GEHEIMES TREFFEN                                     Franz-Josef-Gärtner

 SCHWARZER WIND | 2016                              Angelika M.Schäfer                                                                                            

 

Ich kann fast sicher sagen, dass es das erste Kunstwerk war, mit dem ich in Barendorf konfrontiert wurde vor ein paar Jahren. Es war eine kleine Nadelarbeit von Angelika Schäfer, die ich sah, nachdem ich mit Studierenden eine Führung durch das Nadelmuseum gemacht hatte. Ich erinnere mich gut daran, wie diese kleine Arbeit mich berührt hat, weil sie abgewandert war. Abgewandert und abgewandt vom rein historisch-Angewandten. Und das braucht die Kunst im Gegensatz zum Design. Die Arbeit hatte eine Eigenwilligkeit und eine Aura um sich herum, und das in einer Kleinheit, die zu vergleichen ist mit der Wirkung der Nagelwerke von Günther Uecker, diese im männlich Großen.
Ob es sich um das Material Nadel, Papier oder auch Schrift handelt, in den Arbeiten von Angelika Schäfer werden Strukturen erzeugt, bewegte Felder, Licht und Schatten, Effekte, die die alltäglichen Gegenstände verfremden (...).

Der Ursprung der Künstlerin im Textilhandwerk lässt sich nicht leugnen. Ähnlich ist dies bei Angelikas Künstlerschwester Ani Albers, die sich in der Webkunst - ausgehend vom Handwerk - einen Namen im Bauhaus machte.

(Prof. Kathatina Meyer,  ART TO TAKE 2018)

 

STROM.WIND.WASSER.MENSCHEN. | 2018     Angelika M. Schäfer                                                                                                           

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© Angelika M. Schäfer